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1te Geschichte:
In einem Wirtshaus erzählte ein Sänger folgende Geschichte:
„Die 3 Freunde, ein Erzähler und zwei Mitreisende, hatten sich an dem Lagerfeuer niedergelassen und scherzten ausgiebig bis spät in die Nacht. Sie erzählten sich die uralten Legenden über die mächtige weiße Magierin, Zara, die ihre Liebe und ihre Macht einem Mann geschenkt hatte.
„Lange war sie glücklich in seinen Armen. Doch eines Nachts, nachdem sie geschworen hatte ihn immer zu beschützen, geschah es dann. Ihr Liebster ließ ihren Schlimmsten Feind (Akron) ins Zimmer und entpuppte sich als die Rechte Hand des Feindes. Enttäuscht und verzweifelt wollte sich Zara den Kampf stellen, doch zu ihrem Entsetzen stellte sie fest, dass sie es nicht konnte.
„Was hast du getan? Wie konntest du mich so verraten? Ich habe dir vertraut. Dich geliebt. Dir meine Magie geschenkt“ schrie Zara verzweifelt auf und spürte die Wut in ihr hochsteigen.
Ihre wachen Augen suchten nach einem Ausweg, doch das Zimmer in dem sie sich befand, hatte nur 2 Ausgänge. Eine Tür führte zu einem der labyrinthartigen Gänge des Schlosses, doch vor dieser hatten sich fünf Wehrwölfe Akrons aufgestellt und fletschten mit den Zähnen, als Zara sich ihnen nähern wollte. Werwölfe wären im Grunde kein Problem gewesen, doch sie sah die goldenen Schutzartefakte an ihren Hälsen hängen. Diese besaßen eine größere Macht und würden es Zara schwer machen gegen die Werwölfe anzukommen. Zara wirbelte herum und stürzte zur Tür, die auf die weit ausladende Terrasse führte. Doch sie war keine fünf Schritte gekommen, als Akron sie auch schon eingefangen hatte und aufs Bett schleuderte. Dabei legte er ihr blitzschnell ein breites, schweres Halsband aus schwarzem Mondstein um. Als der Stein ihre weiße Haut berührte, schrie Zara vor schmerz auf und krümmte sich. Ihre schwarzen Schwingen, die sie sonst immer verbarg kamen zum Vorschein und breiteten sich über das Bett aus. Das leinende Gewand, dass sie zum schlafen getragen hatte, verwandelte sich in ihre silberne Rüstung und die schwarz grüne Maske erschien an ihrem Gesicht. Dieser Stein….bringt meine Magie unter seine Kontrolle? Wie ist das Möglich fragte sie sich und wurde von einer weiteren woge des Schmerzes gepackt. Ihr Körper krümmte sich unter diesen stechenden Schmerz und sie spürte wie sich der schwarze Stein in ihre Haut fraß…
„So, nun ach so mächtige Königin der Magie, befrei dich und bekämpfe mich, wenn du kannst“ hörte sie es leise an ihrem Ohr zischen. Dann brach Akron in ein lautes hektisches Lachen aus. Er hatte es geschafft. Er hatte die mächtige Zara bezwungen. Nun konnte ihn nichts mehr aufhalten.
Doch das hörte Zara nicht mehr. Sie war verraten worden von dem einzigen Mann, den sie je zu lieben geglaubt hatte. Es konnte nicht wahr sein….Es durfte nicht wahr sein… Ein Blick auf sein ausdrucksloses Gesicht, das einer steinernen Maske glich, belehrte sie eines besseren.
Es senkte sich schwarze Dunkelheit über ihren Geist und sie spürte und hörte nichts mehr. Was mit ihr geschah….Nun, dass steht im verborgenen.“
„Eine gute Geschichte mein Freund! Nur zu schade, dass sie nicht der Realität entspricht. Königin der Magie? Das ist doch lächerlich… Kleine Kinder glauben dir das vielleicht. Versuch es bei denen“ zog der 2te Wanderer den Erzähler auf. Zwei der Wanderer lachten herzlich, nur der Dritte, der Erzähler, verzog beleidigt den Mund. Zuckte dann aber gleichgültig mit den Schultern und goss sich noch etwas Met in die Kehle.
„Ach, wie Recht ihr doch habt, meine Freunde. Hexen die mit einer schneeweißen Eule durchs Land ziehen gibt es ja doch nicht. Auch keine Nympfen, Feen oder Kentauren. Alles nur Ammenmärchen und Fabelwesen…“ meinte der Erzähler.
Wie aus dem Nichts der Nacht tauchte plötzlich eine schneeweiße Eule auf der Lichtung, des Lagerplatzes der Wanderer auf und ließ sich mit einem schrillen Schrei auf den Rucksäcken der Wanderer nieder. Seelenruhig begann das Tier die Rucksäcke mit dem Schnabel zu öffnen und nach fressbaren zu suchen. Sie ließ sich auch nicht durch das wüste Gebrüll der verärgerten Reisenden beirren. Die Eule war auch nicht mit Fußtritten oder Stöcken zu vertreiben. Erst als einer der Männer einen Stein nach ihr warf, erhob sie sich würdevoll, kreischte einige male recht ungehalten und verschwand dann in die Entgegengesetzte Richtung aus der sie gekommen war, in die Dunkelheit der Nacht.
„Verrücktes Viech“ murmelten die Wanderer, gossen sich Met nach, setzten sich und scherzen einige Zeit über die Eule. So verstrich die Nacht, die Reisenden schliefen und das Feuer erlosch mit einem leisen Zischen.
Die Gesellschaft ruhte aber nicht lange und so standen sie am nächsten Tag noch vor der Morgendämmerung auf. Sie machten sich fertig und zogen dann weiter. Den seltsamen Besuch der Eule schon wieder vergessend.
Der Tag verstrich Stunde um Stunde kamen sie ihrem noch so weiten Ziel näher.
Vergnügt und erschöpft suchten sie sich am Abend eine Lichtung auf der sie rasteten und sich für eine Übernachtung einrichteten.
Gerade als die Nacht ihre höchste Stunde erreicht hatte, erschien die schneeweiße Eule erneut mit einem spitzen Schrei und flog über die Köpfe der Wanderer hinweg zu den Rucksäcken. Wider war sie nicht zu vertreiben. Mit einem Mal meinte einer der Wanderer einen leisen Ruf eines Wolfes zu hören und hielt erschrocken inne.
„Freunde! Hört, Wölfe sind in der Nähe,“ ängstlich sahen sie sich um. Und lauschten in die Nacht.
Als die Eule den Ruf des Wolfes vernahm, erhob sie sich und verschwand wieder in der Tiefe der Nacht.
Die Wanderer starrten ihr erstaunt nach, lauschten nach dem Wolf und waren froh beide wieder losgeworden zu sein.
Doch in der nächsten Nacht erschien sie wieder und auch in der darauf folgenden Nacht. Das ging einige Tage und Nächte so und trieb die Wanderer in die Verzweiflung. Eines Nachts als die Eule wieder kam fand sie die Drei völlig verzweifelt und am Ende ihrer Nerven vor.
„Du verdammtes Vieh! Was willst du von uns? Warum lässt du uns nicht in Ruhe? Was willst du?!“ rief der Erzähler verzweifelt aus. Die Eule ließ sich auf einem Stumpf eines morschen Baumes nieder und schien ihren Kopf Schiefzulegen um den Mann zu mustern. Wenige Augenblicke später hörte man schon den Ruf des Wolfes, der Nacht für Nacht näher zukommen schien.
Schweigend erhob sich die Eule und folgte dem Ruf. Die müden Wanderer blieben verblüfft sitzen. So schnell waren sie die Eule noch nie losgeworden. Einen Augenblick schwiegen sie, doch dann sprangen sie erfreut auf und fielen sich gegenseitig in die Arme. Sie waren einfach froh darüber das Tier losgeworden zu sein.
So beschlossen sie diesen Anlass als Grund für eine kleine Feier zu nehmen. Sie saßen noch nicht lange zusammen, als sie das leise Brechen eines Zweiges hörte. Sofort sprangen sie wie von der Tarantel gestochen auf und späten in die Nacht.
„Was…Was war das?“ fragte der Geschichtenerzähler mit bleichem Gesicht.
„Wird wohl nur ein Tier gewesen sein, so beruhig dich doch!“ zog einer seiner Freunde ihn auf und goss ihn noch etwas Met in den Becher.
Der Erzähler setzte gerade zum Trinken an, als er die Bewegung am Rande der Lichtung bemerkte. Der Met goss sich in zu großen Mengen in seine Kehle und brannte ihn den Hals entlang. Fluchend unterdrückte er den Hustreiz und starrte auf die Stelle. Ein Schatten löste sich aus dem Dickicht der Bäume und kam direkt auf sie zu. Er bewegte sich geschmeidig, schnell ohne einen weiteren Laut von sich zu geben.
„Haltet an! Was…Was wollt Ihr?“ rief einer der Freunde.
„Nur ein warmes Plätzchen an diesem herrlichen Feuer! Ich brauche nicht viel Platz und das Feuer schein so warm in die kalte Dunkelheit“ mit diesen Worten trat der Schatten in den Lichtkreis. Doch er zögerte als schien er auf eine Antwort zu warten. Die drei Freunde wussten nicht was sie tun sollten und schwiegen.
„Nun? Darf ich?“ fragte der Fremde und wies mit einer schwarzbehandschuhten Hand auf das Feuer.
Zögern nickt erst einer der Reisenden und dann die anderen beiden. Geschmeidig ließ sich der Schatten auf den Boden sinken und legte den langen schwarzen Stab, den er mit sich getragen hatte neben sich. Doch die Kapuze, welche sein Gesicht verdeckte, legte er nicht ab sondern er schien nu ins Feuer zu starre, das so fröhlich vor sich hin knisterte.
Nach einer langen Schweigepause, begannen die drei Freunde wieder ein Gespräch und schienen den Fremden, der da neben ihnen saß, wieder zu vergesse.
Doch der Fremde fühlte sich weder ignoriert, noch unangenehm berührt, sondern starrte einfach ins Feuer, wo er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen konnte.
Seine ach so schmerzliche Vergangenheit, die ihm schon so viel Kraft gekostet hatte. Er hatte schon fünf Freunde verloren und zog nun alleine durch die Dunkelheit… So verlor er sich in seinen Erinnerungen…
Seine Gastgeber waren inzwischen schon tief und fest eingeschlafen, und Schatten, so hieß der Fremde, hörte nur noch das leise Schnarchen, aus der linken Seite des Lagers.
Also konzentrierte er sich wieder auf das Feuer und lauschte in die Nacht. Oja, sie würden bald kommen und diese friedliche Atmosphäre mit ihren Angriffen zerstören. Morgen Nacht würden die Wanderer neben ihm schon so kalt wie die Erde unter ihnen sein, wenn er ihnen nicht half.
Schatten konnte die raschen, schweren Schritte über den Boden huschen fühlen, als sich die erste Morgenröte zeigte.
Heute würde Schatten bei den Reisenden bleiben müssen. Ob er es wollte oder nicht, es war seine Bestimmung den anderen zu helfen…
Als die Sonne gerade ihren Anstieg am Himmelszelt begonnen hatte, erwachten die Wanderer und sahen den Fremden noch immer stumm vor der erloschenen Feuerstelle sitzen und draufstarren.
Er nickte ihnen als Morgengruß nur leicht zu.
„Ward Ihr die ganze Nacht auf, Fremder?!“ fragte einer von ihnen neugierig. Wieder nur ein leichtes Nicken. Achselzuckend begannen sie ihre Sachen zusammen zu suchen. Als sie aufbrechen wollten, sahen sie erstaunt, dass der Fremde seinen Stab nahm und sich ebenfalls erhob.
„Wollt Ihr uns etwa begleiten?“
Wieder nur ein Nicken als Zustimmung. Langsam wurde der Fremde ihnen unheimlich. Warum sprach er nicht mehr? Mit bekommenen Gefühlen machten sie sich auf. Als es Mittag wurde, wollten sie rasten, doch der schwarze Fremde, trieb sie zur Eile an.
„Rasten könnt ihr später. Trinkt!“ und er reichte jeden von ihnen eine kleine grün-schwarze Flasche mit einer milchartigen Flüssigkeit. Zögernd tranken sie, doch erst nachdem sie gesehen hatten, dass auch der Fremde eine Flasche unter seine Kapuze schob. Das milde Getränk kroch ihrer Kehle hinab und sie fühlten sich sofort gestärkt. Die Müdigkeit und der quälende Hunger waren verschwunden.
„Kommt, die Nacht kommt schneller als mir lieb ist“ hörten sie den Fremden murmeln und so beeilten sie sich ihm zu folgen.
„Was habt Ihr uns da gegeben? Gift?!“ wagte einer der Wanderer zu Fragen.
„Währe es Gift, währt ihr alle schon längst tot. Es ist ein Geschenk, von lang vergessenen Freunden, die euch und eures gleichen jeder Zeit zur Seite stehen“ antwortete der Fremde schlicht und ließ das Fläschchen wieder in seiner Manteltasche verschwinden. Die Wanderer sagen sich nur verdutzt an.
„Nun da Ihr anscheinend keine Ahnung habt, wen ich meine, löse ich dieses Rätsel. Das Getränk stammt von den Elben“
Bei dem Wort brachen die anderen Drei in schallendes Gelächter aus.
„Lieber Fremder! Es gibt keine Elben, Feen oder Kobolde! Solche Wesen gibt es nur in Märchen!“ doch im nächsten Augenblick sahen sie sich ängstlich um.
„Außerdem ist es verboten, über solche Dinge zu sprechen!“
Doch der Fremde war schon weitergegangen und so beeilten sie sich ihm zu folgen. Sie marschierten den ganzen Tag ohne Rast, nur hin und wieder hielten sie an um etwas von diesem Getränk zu sich zu nehmen, dass der Fremde ihnen gegeben hatte. Der schwarze, wortkarge Fremde aber rührte seine Flasche nicht mehr an, sondern sah ihnen nur beim Trinken zu um sie danach wieder zur Eile anzutreiben.
Es war schon einige Zeit Nacht, als er endlich breit war ein Lager aufzuschlagen und zu rasten. Erleichtert über diese Rast und froh Schlaf zu bekommen ließen sie sich vor dem fröhlich prasselnde Feuer nieder, welches der Fremde kurz davor entzündet hatte. Der Fremde selbst schien jedoch nicht die Absicht zu haben sich ebenfalls hinzulegen. Schweigend stand er mit dem Rücken zum Lager und lauschte in die Nacht. Nichts zu hören. Das war seltsam, denn eigentlich gab es in der Nacht immer Dinge zu hören. Ein Käuzchen das schrie. Das Zerbrechen eines Astes, wenn ein Fuchs sich auf der Jagd befand. Das leise Rascheln eines Beutetiers, ein Mäuschen vielleicht, das sich im Dickicht des Waldbodens verkroch um die Nacht sicher zu überstehen. Das alles fehlte in dieser Nacht. Alles schien gespannt auf ein Ereignis zu warten.
Einer der Reisenden wollte gerade zum Sprechen ansetzen um die Stille zu vertreiben, doch eine kurze, sehr entschiedene Handbewegung des Fremden ließ ihn verstummen, noch bevor er etwas gesagt hatte.
„Was zum…“ fuhr einer der Anderen wütend auf…
„Psst! Seid leise ihr Narren!“ zischte der Fremde, doch schon war ein lautes Jaulen, das durch Mark und Bein ging zu hören.
Dem folgte ein dumpfer Donnerschlag, dem einer Trommel nicht unähnlich. Tom. Tom. Tom. Erschall es rhythmisch durch den Wald.
„Sie kommen! Nehmt Eure Waffen, stellt Euch ums Feuer und seit wachsam! Schnell…!“
fauchte der Fremde und griff seinerseits nach dem langen schwarzen Stab, den er zuvor immer als Spazierstock verwendet hatte.
Mit einem Schlag trieb er ihn in die harte Erde und kaum einen Augenblick später breitete sich ein strahlendblaues Licht am Lagerplatz aus. Die Wanderer sahen wie vom Blitz getroffen, erst auf den Stab dann auf den Fremden.
Plötzlich griffen sie an. Acht riesige schwarze Kreaturen mit schleimiger Haut, spitzen Zähen und einem Atem, der übler roch wie eine Müllkippe voll mit Fisch.
Die Kreaturen sprangen in den Lichtkreis und stürzten sich mit einem wilden Gebrüll auf den Fremden.
„Hexer!“ schrieen sie und versuchten ihn mit ihren langen Dolchen zu erlegen. Dieser wich geschickt aus und hielt plötzlich einen langen zweischneidigen Dolch in den Händen und trieb diesen einen der Acht in die Kehle. Als er ihn wieder herauszog, ergoss sich eine Blutfontäne auf den Boden. Die anderen Sieben starrten für einen kurzen Moment auf ihren toten Kameraden, und stürzten sich mit einem wütenden Gebrüll auf den schwarz Gekleideten. Schnell sprang dieser mit einem eleganten Satz zurück und spaltete mit Hilfe des Dolches, der sich nun in ein schönes Schwert gewandelt hatte, zwei der Wesen den Schädel. Mit einem Satz sprang der Fremde hoch und stieß seinen schweren Stiefeln einen der Angreifer so hart ins Gesicht, dass dieser ins Taumeln geriet und rücklings ins Feuer fiel. Er schrie jämmerlich auf und wollte sich aus dem Feuer winden. Doch diese schien beschlossen zu haben ihn nicht mehr gehen zu lassen. Nun sprang der Schwarze noch einmal in die Luft, schien zu schweben, und drehte sich einmal um die eigene Achse, in beiden Händen das kurze Schwert haltend. Da landete er wieder auf allen vieren sicher am Boden. Die Orks rührten sich nicht mehr. Wenige Sekunden später rutschte der Körper in zwei Teile und das dunkle Blut der Wesen verteilte sich auf den grauen Erboden.
Die Wanderer starrten sie an. Erst langsam wurde ihnen bewusst, dass sie in das Gesicht der Reisenden blickten. Eigentlich in das Gesicht ihrer Retterin. Es war Zara. Die Königin der Magie. Doch diese schien die Überraschung der Wanderer nicht wahrzunehmen, sondern griff seelenruhig nach ihrem Stab der noch immer in der Erde steckte. Sie wischte das Schwert ab, es wandelte sich in ihren Händen wieder zu dem Dolch um, und verstaute ihn sorgfältig in der Scheide, die sie in dem Inneren des Mantels eingenäht hatte.
Dann zog sie sich wieder ihrer Kapuze über den Kopf, pfiff nach der Eule und ging ohne ein Wort zu sagen ihres Weges.
Das war die Geschichte Zara und der Kampf im Wald. Ende!“
Der Wirt klopfte dem Sänger anerkennend auf die Schultern.
„Nun ich danke Euch für diese schöne und spannende Geschichte. Trinkt nur so viel Ihr wollt“ lud der Wirt den Sänger ein, was dieser dankend annahm. Die Gäste lachten, grölten und gratulierten den Sänger zu dieser gelungen Geschichte.
Nur ein altes Weib saß alleine in einer dunklen Nische der Schenke, trank einen weiteren Schluck der Milch von ihren Becher, und starrte betrübt in das halbleere Glas. Sie fühlte bereits wie die Milch ihre Sinne benebelte. Milch…Milch war das einzige Getränk, dass sie betrunken machen konnte. Langsam und mit bedacht stellte sie das Glas ab, hob den Kopf und schaute zu den anderen in der Schenke… Sie lauschte ihren Gesprächen….
„Eine wirklich gelungene Fabel. Aber jetzt sollten wir über was anderes Sprechen“ nervös sah sich der Wird um. Schatten huschten über ihre Gesichter und verdüsten diese.
Wie alle wussten, war es nicht erlaubt über Magie, magische Wesen oder Sagen zu sprechen. Keiner wusste warum, doch jeder der darüber sprach, verschwand drei Tage später und tauchte nie wieder auf. Der Sänger, der die schlechte Stimmung bemerkt hatte, griff nach seiner Laute und setzte zu einem neuen Lied an. Niemand beachtete das alte Weib mit dem schwarzen Tuch am Kopf und den merkwürdig schimmernden Augen. Es kam langsam von der dunklen Ecke ins Licht und schritt den Lärm der Schenke ignorierend direkt auf den Sänger zu.
Sie mustere ihn mit ihren ungewöhnlichen scharfen Augen, schüttelte dann leicht enttäuscht den Kopf und zog sich wieder zurück. Dieser Sänger konnte nichts wissen… Nichts von ihrer Leidensgeschichte. Er hatte sie sich nur ausgedacht und aus Sagen, die sich um sie ragten zusammen gebastelt… Wieso klammerte sie sich immer wieder an die Hoffnung, dass es noch Zauberwesen gab? Zara wusste ja noch nicht einmal, wie lange sie von Akron gefangen gehalten worden war. Doch es musste lange genug gewesen sein, um seine Macht auszubauen. Mühsam setzte sie sich wieder. Dieser Körper war schon alt. Zu alt um von der wenigen Magie die noch in ihm steckte lange getragen zu werden. Mit der linken hand rieb sie sich über ihr schmerzendes Knie und dachte nach. Sie erinnerte sich, dass sie einmal vor Magie nur so gestrotzt hatte. Das war bevor sie mit Akron mitgegangen war…
Doch weiter wollte sie über die Vergangenheit nicht nachdenken. Es war ihr sogar egal, dass Akron sie aus dem Verlies freiließ, nachdem er ihr alle Magie entzogen hatte. Sie fragte nicht nach dem Warum. Es war auch nicht weiter wichtig. Er hatte es eben getan. Sie erinnerte sich noch genau, wie der Org, der ihr Wächter gewesen war, sie schelmisch angegrinst hatte und dann mit der Peitsche angetrieben hatte. Dem Ausgang ihres dunklen, kalten Verlieses entgegen und sie dann mit einem Fußtritt aus dem Gefängnis hinauswarf. Das große, schwere Tor schloss sich und Zara hörte das laute Lachen Akrons.
„Nun Königin Zara. Es war nett mit Euch Geschäfte zu machen. Verschwindet so weit Euch eure Beine oder Flügel tragen, in einer Stunde werde ich meine Reiter nach Euch schicken, und dann könnt Ihr in Ruhe sterben.“
Die hohen Steinwände warfen sein höhnendes Lachen hundertfach wieder. Zara richtete sich mühsam auf und warf ihren Kopf in den Nacken. Ihre Augen erfassten das Licht des Vollmondes und sie genoss endlich wieder das leise Flüstern des Windes auf ihrem Gesicht. Das grelle Licht des Mondes blendete ihre empfindlichen Augen, die seit langer, langer Zeit kein Licht mehr gesehen hatten.
Langsam öffnete sie sie wieder und blickte wieder zum Mond der da so hoch am Himmel thronte.
„Ich habe dich lange vermisst mein Freund…Wie lange? Nun das weiß ich nicht…“
Zaras Stimme hörte sich rau, alt und so vollkommen anders an als sie sie in Erinnerung hatte.
Zara breitete ihre Flügel aus und stieß vom Boden ab. Ihre Flügel schmerzten doch sie genoss den Flugwind der ihr um die Ohren pfiff. Aber sie musste sich beeilen, denn Akron hielt seine Versprechen immer. Das hatte sie in ihrer langen Gefangenschaft gelernt.
Sie schwang sich immer höher und höher in die Luft und hielt sich dann nach Norden. Sie wollte sehen ob es den Verbotenen Wald noch gab. Wenn ja würde sie dort ihre Zeit abfristen und nie wieder in Erscheinung treten….
Ihre majestätischen Schwingen glitten durch die Luft. Sie war frei! Endlich war sie wieder frei!! Sie hatte nur für diesen Augenblick die Gefangenschaft überlebt um das herrliche Gefühl der Freiheit zu genießen…
Sie beschleunigte und hoch über den Erboden schlug sie vor Freude einen Salto.
Doch plötzlich spürte sie wie ihre Flügel ihr den Dienst versagten. Zara merkte entsetzt wie sie mit einem Schlag all ihre restlichen Kräfte verlor, strauchelte im Flug und landete äußerst unsanft im Wasser eines Sees.
Das Wasser umschloss sie mit festem Griff. Sie konnte nicht mehr Atmen. Doch warum? Sie strampelte und versuchte an die Oberfläche zu kommen, aber ihre zerschlissenen Kleider und die schwarzen Schwingen zigen sie immer tiefer ins kalte Nass. Sie schrie verzweifelt auf, Wasser drang in ihre Lungen und Luftblasen wirbelten um sie. Das Wasser brannte in ihrer Kehle und ihre Lungen fühlten sich an als würde sie jeden Moment platzen.
Sie streckte eine Hand aus um nach der Oberfläche zu greifen, und wollte sich aus dem Nass befreien…
Doch dann kam die Schwärze und sie sank tiefer auf den Boden des Sees. Ihre Augen schlossen sich und sie lag leblos am Grund des Sees.
Neben ihr tauchten zwei dunkelblaue Augen auf. Sie blickten verwundert auf den bewegungslosen Körper mit den schwarzen Schwingen. Ein Gesicht folgte den Augen und dann eine Frau, in Blau gekleidet mit langen blauen Haaren, die im Wasser schwebten. Lautlos bewegte die Gestalt ihre Lippen doch das Wasser schien ihre Worte zu tragen.
„Was tut Ihr denn, Fremder? Seid Ihr denn nicht vertraut mit mir? Wenn ihr Euch nicht bewegt, oder Eurem Körper frische Luft gebt, werde ich Euch töten!“
Sie schwebte näher zu dem Körper der da im Wasser trieb hin, und strich das lange schwarze Haar aus dem Gesicht der Ertrinkenden. Erst jetzt sah sie die Zaras Gesicht. Irritiert sah sie sie an.
„Ich glaube ich kenne Euch? Kann das sein? Seid Ihr eine Wasserhexe? Euer Gesicht….“ Da überkam der Frau die Erkenntnis.
„Königin Zara! Ihr seid es!“ rief sie erfreut aus und wirbelte den leblosen Körper mit sich. Stutzig blieb sie stehen, als sich Zara nicht rührte.
„ Hoheit? Erkennt Ihr mich den nicht mehr? Ich bin es der Geist der Elementenkriegerin Wasser!“
Nur eine einzelne Luftblase kam als Antwort. Wasser schüttelte Zara fest durch. Keine Reaktion. Erst jetzt fiel Wasser auf, dass Zara nicht mehr atmete. Entsetzen packte sie als sie Zaras bleiche Hand nahm und sie mit sich an die Wasseroberfläche zog. Sie schwamm mit Zara an Land und legte die bewusstlose Königin auf einen der großen Felsen die am Ufer des Sees verteilt waren. Wasser legte ihrer Königin die Hände auf die Brust und lauschte nach deren Atem.
Doch da war nichts.
„Ich bin der Geist Wassers. Herrin von See! Was ich will das geschehe!“ murmelte sie leise und legte der Bewusstlosen ihre, mit dunkelblauen Licht umgebenen Hände, auf die Brust. Einen kurzen Augenblick später erwachte Zara laut nach Luft ringend.
Sie atmete schwer und richtete sich mühsam auf, der stechende Schmerz in der Brust überkam sie so schnell das sie heftig zusammenzucken musste. Ihr Körper fühlte sich elend an, fast genauso elend wie sie sich fühlte.
Der darauf folgende Hustenanfall durchschüttelte ihren geschundenen Körper so stark, dass Wasser schon angst bekam, ihre Herrin würde zerspringen.
„ Ruhig, ruhig! Ihr dürft Euch nicht überanstrengen Zara!“ sanft massierte Wasser ihr den Rücken und murmelte beruhigende Worte in Zaras Ohr.
„Ich danke dir Wasser!“ stieß Zara keuchend hervor und wollte sich erheben. Ein stechender Schmerz durchzuckte ihre Lunge und sie sank erschöpft auf das Lager nieder.



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